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Zusammen ist man weniger allein

Sie sind klein, gut und werden in der Debatte über den Medienwandel oft vergessen: die Lokalblogger. Eine Forum soll die Vernetzung fördern.

Hardy Prothmann („Heddesheimblog„) gilt als der Lokalblog-Vorreiter, die „Tegernseer Stimme“ als wirtschaftliches funktionierendes Vorbild, Stefan Aigners „Regensburg digital“ als kritisches Auge in der Stadt. Diese drei herausgegriffenen Beispiele, aber auch dutzende Gleichgesinnte, machen einen Journalismus, der einerseits wichtig und andererseits mutig ist, wenn man sich die lokaljournalistische Situation in Deutschland anschaut.

Wenn über den Medienwandel diskutiert wird, dann fallen diese hyperlokalen Journalismusmodelle meist hinten runter – zu unrecht. Denn sie machen keine oberflächliche Berichterstattung, sondern blicken kritisch dorthin, wo die klassische Regionalzeitung oft kein Auge hat, weil meist das Personal und der Mut fehlt. Immer mehr solcher Lokalblogger stemmen einen Hyperlokaljournalismus aus dem Boden, obwohl es mit finanziellen Risiken verbunden ist. Dem klassischen Tante-Emma-Laden etwas von Internetwerbung zu erzählen ist keine leichte Aufgabe.

Blog für hyperlokalen Journalismus

Weil es mehr und mehr Lokalblogs gibt, die bei Ihnen vor Ort neben- oder sogar hauptberuflich für einen besseren Lokaljournalismus kämpfen, habe ich (selbst einer dieser Lokalblogger) „Lokalblogger.de“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich zunächst um ein ganz normales privates Blog, das den Schwerpunkt (Hyper)Lokaljournalismus hat.

Welche Idee dahintersteckt? Es sind zwei Ideen: Zum einen will ich mich in diesem Blog mit hyperlokalem Journalismus beschäftigen. Das geschieht einerseits dadurch, dass eine Übersicht von Lokalblogs erstellt wurde, die ständig aktualisiert wird. Andererseits wird eine inhaltliche Auseinandersetzung folgen: Wie kann man Lokalblogs charakterisieren? Was sind Spezifika von Lokalblogs und wie unterscheiden sie sich in der Praxis von der klassischen Lokalzeitung? Welche positiven Beispiele gibt es im Hinblick auf erprobte Formate, inhaltliche Schwerpunkte, Arbeitsorganisation und Geschäftsmodelle? Wie entwickeln sich Lokalblogs und welches Potential steckt in ihnen? Die Auseinandersetzung mit der „Lokalblogger-Szene“ ist noch lange nicht ausgereift, hat viel Luft nach oben. „Lokalblogger.de“ wird versuchen, diesen journalistischen Weg öffentlich zu verfolgen und darzustellen – selbstkritisch, öffentlichkeitswirksam und hoffentlich mit einem Mehrwert für die Journalismusbranche und die Lokalblogger.

Vernetzung von Lokaljournalisten

Zum anderen ist auf „Lokalblogger.de“ ein Forum integriert, das eine Vernetzung unter den Lokaljournalisten ermöglichen soll. Auch hier sollen oben genannte Themen eine Rolle spielen, mit dem Unterschied, dass die Diskussionen unter den Machern und nicht öffentlich stattfinden. In diesem Zusammenhang kann verkündet werden, dass ich in den Vorbereitungen für eine Veranstaltung im Frühjahr speziell für Lokalblogger stecke. Ob es ein Barcamp oder eine offen gestaltete Konferenz wird, ist noch nicht festgelegt. Erste Gespräche mit möglichen Sponsoren beziehungsweise Mitveranstaltern finden gerade statt. Wichtig wäre jetzt herauszufinden, ob die Idee auf Interesse stößt – sowohl bei Lokalbloggern als auch bei fachfremden Journalisten, Wissenschaftlern und sonstigen Interessierten. Im Fokus die praktische Arbeit stehen, weniger eine reine theoretische Auseinandersetzung. Über Interessensbekundungen, Umsetzungs- und Themenvorschläge bin ich dankbar.

„Lokalblogger.de“ ist also ein Debattenportal, eine Fundgrube und ein Vernetzungstool rund um hyperlokale Blogs oder Zeitungen oder Magazine – der Name spielt keine wichtige Rolle. „Lokalblogger.de“ ist allerdings bewusst keine Konkurrenz zu „istlokal„, dem Lokalblogger-Netzwerk von Hardy Prothmann und Peter Posztos, die neben dem ideellen auch einen unternehmerischen Ansatz verfolgen. Letztendlich geht es um die Weiterentwicklung der Branche und nicht im Einzelinteressen. 

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Kommentare

  1. hardyprothmann sagt:

    Guten Tag!

    „Wenn über den Medienwandel diskutiert wird, dann fallen diese
    hyperlokalen Journalismusmodelle meist hinten runter – zu unrecht. Denn sie machen keine oberflächliche Berichterstattung, sondern blicken kritisch dorthin, wo die klassische Regionalzeitung oft kein Auge hat, weil meist das Personal und der Mut fehlt. Immer mehr solcher Lokalblogger stemmen einen Hyperlokaljournalismus aus
    dem Boden, obwohl es mit finanziellen Risiken verbunden ist. Dem klassischen Tante-Emma-Laden etwas von Internetwerbung zu erzählen ist keine leichte Aufgabe.“

    Sorry – das hat nichts mit Analyse zu tun, sondern ist nur Luft gepumpt. Es würde Vocer sehr gut tun, nicht nur irgendwelche Texte zu veröffentlichen, sondern vorher zu prüfen, ob diese Sinn machen.

    Ich kann nicht erkennen, woher der Autor das Wissen nimmt, dass nicht über hyperlokale Angebote im Zuge des Medienwandels diskutiert wird – das ist seit fünf-sechs Jahren ein vielbesprochenes Thema. Wer den Zeitpunkt der eigenen Rezeption mit der tatsächlichen Rezeption gleichsetzt, zeigt nur, dass er weder Ahnung von Recherche noch von wissenschaftlicher Arbeit hat und sich zudem vermutlich in den falschen Kreisen bewegt, die nicht sofort widersprechen.

    Und „weil meist das Personal und der Mut fehlt“, heißt deutsch richtig „weil meist das Personal und der Mut fehlen“. Vielleicht sollte man vor der großen Analyse erstmal die kleinen Grundlagen der Grammatik beherrschen.

    Jedes unternehmerische Handeln ist mit Risiken verbunden.
    Aber es gibt iin Zusammenhang mit Tante-Emma-Läden, so wie das hier zu lesen ist, ganz sicher keine keine finanziellen Risiken.

    Da ich explizit genannt werde: Erstens existieren schon seit sehr langer Zeit so gut wie keine Tante-Emma-Läden mehr, noch habe ich jemals versucht, einem der noch Rest-existierenden-Tante-Emmal-Läden eine Internetwerbung zu verkaufen, weil die übrig gebliebenen Tante-Emma-Läden ganz sicher selbst für die günstigen Preise kein Budget haben.

    „In diesem Zusammenhang kann verkündet werden (…) ist noch nicht festgelegt.“ Wow. „Kann verkündet werden“. Das erinnert mich an das Leben des Brian.

    „Always look on the bright side of life, düdü, düdü düdü düdü“

    Schöne Grüße
    Hardy Prothmann

    • Julian Heck sagt:

      Was hilft denn jetzt ein Draufhauen? Selbst schon mal eigene Texte auf Fehler überprüft? Scheint mir nicht so. Mache daraus aber kein Theater. Habe hier einen subjektiven Beitrag verfasst, weshalb ich jetzt auch diese subjektive Meinung akzeptiere.

      Statt ständig und überall auszuteilen, wäre es mal erfreulich, konstruktiv zu diskutieren und bspw. eine Lokalblogger-Veranstaltung zu begrüßen. Aber das scheint nicht möglich zu sein.

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