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So sind sie, die Homos

Spiegel Online präsentiert einen Text über die Karrieremöglichkeiten von Lesben und Schwulen. Der Artikel möchte etwas Nettes über Homosexuelle schreiben und endet im Desaster, weil er sie wie eine Hunderasse beschreibt. 

Die Spiegel-Familie hat mal wieder zugeschlagen. Dieses Mal war es Spiegel Online, wo heute auf der Startseite ein homophobes Meisterstück präsentiert wurde, das eine Redakteurin des „manager-magazins“ geschrieben hat. Wahrscheinlich ist sich wieder einmal keiner der Entscheider irgendeiner Schuld bewusst. Wahrscheinlich dachten sie in der Redaktion sogar, dass sie richtig nett waren zu den Homos diesmal. Weil sie geglaubt haben, ihr Homo-Tourette-Syndrom endlich unter Kontrolle zu haben. Weil sie es geschafft hatten, nicht in die Fotokiste mit den schrillsten Homos des Jahrhunderts zu greifen. Weil sie diesmal richtig nett waren.

Verdammt nett. Direkt am Anfang geht’s schon los: „Sie sind talentiert und ehrgeizig. Sie schließen sich zusammen, kämpfen für Anerkennung und gleiche Rechte. Eine Menge Spaß haben sie auch und dazu beneidenswerte Kontakte: Homosexuelle sind bei vielen Arbeitgebern hochbegehrt.“

Mensch oder Hund?

Charaktereigenschaften, Rudelverhalten, Nutzwert: Der „Karriere Spiegel“ schreibt über Homosexuelle wie über eine Hunderasse. Der Artikel „Guten Tag, ich bin anders„, der vorgibt, über „Homosexuelle Netzwerke“ zu berichten, ist in Wahrheit ist ein Leitfaden für Arbeitgeber, wie sie das Wesen von Lesben und Schwulen am besten erkennen und gewinnbringend für ihre Firma einsetzen: „Für die Firmen lohnt sich die Investition in ein Homosexuellen-Netzwerk, weil es produktive Arbeitskräfte zu ausgesprochen loyalen Mitarbeitern macht.“

Wenn die Autorin Helene Endres schreibt „Ines Etzler, 47, freut sich, wenn ihr heterosexueller Chef sie aufs Berliner Motzstraßenfest begleitet, als Auftakt zum Hochamt der schwul-lesbischen Bewegung: dem Christopher Street Day“ klingt das so als begleite sie Hund und Herrchen beim Gassi-Gehen. Doch da geht noch viel mehr! Sie ist offensichtlich ganz begeistert davon, was man mit richtiger Pflege und Motivation nicht alles aus seinen Homos machen kann! Ja, sie können sie sogar ein richtiger Teil der Firma werden. Zumindest hat sie das beim Vorsitzenden des Netzwerk schwuler Fach- und Führungskräfte „Völklinger Kreises“ beobachtet, der deswegen unter seinesgleichen zum „Vorbild“ geworden sei, weil er „lebt, was er predigt: Schwul sein und Karriere, das geht“.

Keine Sekunde lässt die Autorin in ihrem Text vermuten, dass sie den Homosexuellen an sich vielleicht für ein doch nicht ganz so animalisches, viellicht sogar menschliches Wesen halten könnte. „Der (sic!) Homosexuelle als Mitarbeiter ist durchaus begehrt. Nicht nur, weil der Fachkräftemangel schmerzt – Diversity, Vielfalt also, ist auch ein Erfolgsgarant.“

Der richtige „Mix“

So fügt sie ihrem Homo-Beipackzettel auch ganz unkommentiert die Aussage von Kerstin Pramberger hinzu, die „Diversity-Chefin“ für Deutschland bei der Deutschen Bank ist: „Gemischte Teams können den unterschiedlichen Kundenanforderungen besser gerecht werden und sind aus unserer Sicht auch erfolgreicher.“

Dabei hätte es wirklich einer weiteren Erläuterung bedurft. So muss man sich nach dieser Lektüre wirklich fragen, was das denn mit diesen „gemischten Teams“ so auf sich hat. Was muss man da beachten? Kann man in ein Team, in das man schon einen Homo reingesetzt hat noch einen zweiten dazu tun? Vertragen die sich überhaupt? Oder zerstört das den ganzen Mix? Und somit die Erfolgsaussichten des Unternehmens?  Oder soll man dann nicht lieber ganz die Finger von diesen Homos lassen?

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Kommentare

  1. Heinz Bosbach sagt:

    Menschen einfach so zu nehmen, wie sie sind. In der heutigen Geschäftswelt muss ja jeder irgendwie einen Nutzen bringen, deshalb müssen alle schön abgerichtet werden. Das hat ja schon rassistische Züge…

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