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Politikmagazin Kater Demos: „Projekte brauchen Menschen“

Mit Etwas wollte Elisa Bilko eine Magazinreihe schaffen – und scheiterte. Ihre daraus gewonnene Erfahrung im Crowdfunding und Projektmanagement bringt sie jetzt in das neue Magazin Kater Demos ein. Mit Erfolg.

VOCER: Elisa, als wir das letzte Mal miteinander gesprochen haben, hast du gemeinsam mit Tanja Denker via Crowdfunding Geld für die erste Ausgabe eurer Magazinreihe Etwas gesammelt. Was ist aus dem Projekt geworden?

Foto: Me Chuthai für Kater Demos

Elia Bilko posiert fürs Kater-Demos-Shooting. Foto: Me Chuthai für Kater Demos

Elisa Bilko: Etwas war ein tolles Projekt, das wir im Studium zusammen mit dem Journalisten Andreas Lebert konzipiert haben. Mit dem Ende des Studiums haben wir beschlossen uns anderen Aufgaben zu widmen. Allerdings ist es tatsächlich so, dass es Etwas in einer Miniauflage von vier Stück doch noch aufs Papier geschafft hat: Wir haben unsere Arbeit mithilfe der Grafikerin Teresa Steiner zu einem Buch zusammengetragen und lassen das demnächst drucken.

Junge Medienleute sprechen immer wieder darüber, wie wichtig es ist, mit Ideen zu scheitern, weil man so viel daraus lernen kann. Welche Erkenntnisse habt ihr aus dem Etwas-Projekt gewonnen?

Meine wichtigste Erkenntnis ist: Projekte brauchen Menschen. Wir waren bei Etwas ja ein Miniteam von zwei Leuten und eben Andreas Lebert, der als eine Art Mentor fungiert hat. Alles, vom Organisatorischen bis zum Layout, haben wir alleine gestemmt. Bei Kater Demos, das jetzt in der zweiten Ausgabe erscheint, sind wir zwanzig bis dreißig Leute, die sich die Aufgaben teilen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Das hat eine ganz andere Power.

Mit Kater Demos arbeitest du jetzt an einem „politischen Politikmagazin“. Was ist das Utopische daran?

Utopisch ist Kater Demos aus zwei Gründen. Erstens versuchen wir im Heft nicht nur den Status Quo abzubilden, sondern weiter zu denken, Alternativen aufzuzeigen und Utopien zu wagen. Zweitens wollen wir politische und damit auch gesellschaftliche Themen unterhaltsam an den Mann oder die Frau bringen. Politik und das Nachdenken darüber soll Spaß machen und dazu motivieren vielleicht mehr zu tun als alle paar Monate ein Kreuzchen auf einen Zettel zu setzen.

Foto: Steffen Gorski für Kater Demos

Ein Blick ins Heft. Foto: Steffen Gorski für Kater Demos

Ihr finanziert die Ausgaben erneut über Crowdfunding, die erste Nummer gab es bereits. Was macht ihr bei Kater Demos anders und besser, was bei Etwas nicht funktioniert hat?

Grundsätzlich sind beide Magazine sehr unterschiedlich. Etwas war eine Mischung aus Kunst und Journalismus und wir sind sehr konzeptuell an die Sache rangegangen. Kater Demos ist aus einem eigenen Bedürfnis nach einem journalistischen Medium entstanden, dass eben über die gehetzte aktuelle Berichterstattung im Bereich Politik hinausgeht. Es ist ein Magazin, das wir selber so lesen wollen und kaufen würden, auch wenn es nicht von uns wäre. Außerdem ist auch entscheidend, dass wir wie schon angesprochen über eine andere Manpower verfügen. Wir haben wunderbare Menschen an Board, die sich kreativ und inhaltlich mehr als nur beteiligen. Man kann uns als Crew, als Familie verstehen.

Diesen Familienzusammenhalt zeigt ihr auch bei recht großzügigen Partys, die nächste findet auf drei Floors in Berlin-Kreuzberg statt. Warum ist das wichtig?

Unsere Katzplosion-Partys und auch andere Events, wie beispielsweise Diskussionsformate wie unser Katzentisch, waren von Anfang an Teil des von uns geträumten Kater Universums. Im Zentrum dieses Universums sehen wir unser Print-Magazin. Aber darüber hinaus möchten wir unsere Message „Politik ist Gesellschaft und Gesellschaft ist Teilhabe“ über alle möglichen Formate teilen. Klar feiern wir gerne, aber wer zur Katzplosion kommt, den erwartet mehr. Um zehn gibt es vier utopische Lesungen, danach noch viele, kleine Goodies. Ziel ist sich mit dem Thema der zweiten Ausgabe Arbeit in einem freien Raum zu beschäftigen und dabei den Spaß nicht zu verlieren.

Ihr wollt ein Magazin für ganz Deutschland sein. Wie erschafft man eine deutschlandweite Community? Ihr könnt ja schlecht überall Partys feiern.

Tatsächlich ist Social Media und hier allen voran Facebook ein Mittel für uns mit unserer Community im ständigen Austausch zu sein. Auf unseren Kanälen spielen wir Inhalte, die uns selbst interessieren und bereiten diese locker-flockig auf. Hier sollen die Menschen da draußen ein Gefühl für unseren Stil und auch unsere Ausrichtung bekommen. Eine perfekte Plattform, um mit dem Universum Kater Demos erste Berührungspunkte zu knüpfen.

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