Zum Inhalt springen

Fragt die Leser!

Medien müssen ihre Zielgruppen besser kennenlernen und mit ihren Lesern viel mehr in einen Dialog eintreten. Dann sollten sie sich Gedanken machen, wie sie die Wünsche ihrer Leser am besten erfüllen kann. Das erhofft sich Cinthia Briseño für 2014.

Wir haben VOCER-Autoren und -Freunde nach ihrer Vision für das Jahr 2014 gefragt. Ihre Ideen veröffentlichen wir in Serie bis zum Jahreswechsel. Diesmal hat uns Cinthia Briseño geantwortet, Ressortleiterin Gesundheit bei „Spiegel Online“ und Mentorin des VOCER Innovation Medialab.


VOCER: Was kann/soll die Medienbranche im Jahr 2014 verändern?

Cinthia Briseño: Verlage müssen ihre Kernkompetenz, ihre Marke und ihren Unique Selling Point wieder mehr in den Fokus rücken. Das, was sie am besten können, müssen die Medien weiterentwickeln und zukunftstauglich machen. Eine Lokalzeitung zum Beispiel sollte sich Gedanken darüber machen, wie es ihr gelingt, qualitativ hochwertigen Lokaljournalismus an die Generation von morgen heranzutragen – und nicht etwa darüber, wie es ihr gelingen könnte, die überregionale Wahrnehmung noch weiter zu steigern. Ich glaube auch, dass Medien dafür ihre Zielgruppen besser kennenlernen müssen und mit ihren Lesern/Konsumenten viel mehr in einen Dialog eintreten müssen. Wir müssen unsere Leser fragen: Was wünscht ihr Euch von uns? Was interessiert Euch am meisten? Welche Inhalte würden Euch einen Mehrwert etwa gegenüber den frei verfügbaren Informationen im Netz bieten? Anschließend müssen wir uns darüber Gedanken machen, wie man diese Wünsche am besten erfüllen könnte.

Was zeichnet den digitalen Journalisten im Jahr 2014 aus?

Der digitale Journalist denkt nicht mehr in Online-/Print-/Hörfunk-/TV-Kategorien – er denkt in Marken- und Qualitätskategorien. Er ist innovativ, liebt Spielwiesen und probiert gerne neue Formate, neue Tools, neue Plattformen etc. aus. Und er hat keine Angst davor, dass er damit zunächst auf die Nase fallen könnte.

Welche Nachrichten wollen Sie 2014 nicht mehr lesen?

Ich will vor allem nicht mehr die gleiche Nachricht in zwanzig verschiedenen Portalen lesen, nur um Nuancen anders. Das ist eine sehr große Herausforderung vor allem für Nachrichtenwebsites, die natürlich auch eine Chronistenpflicht haben – und weiterhin schnell sein müssen.

Welches journalistische Projekt wird 2014 richtig erfolgreich?

Ich verspreche mir sehr viel von Pierre Omidyars geplantem investigativen Online-Magazin!!!

Was erwartet uns von Ihnen im kommenden Jahr?

Auch im Gesundheitsressort von „Spiegel Online“ werden wir (im Rahmen unserer Möglichkeiten – wir sind ein kleines Ressort) daran arbeiten, unsere eigene Marke und unsere Kernkompetenz weiter in den Fokus zu rücken, um uns von anderen Gesundheits-Newswebseiten abzusetzen. Mit Sicherheit werden wir dabei auch neue Formate ausprobieren, von denen wir uns erhoffen, dass sie dem Leser einen großen Mehrwert bieten – den er anderswo nicht bekommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Nach oben