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[Update] „Es gibt keinen sicheren Ort“: Als Journalist in Gaza

Auf dem Höhepunkt der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen hat der deutsche Journalist Martin Lejeune über das Leben unter Beschuss berichtet. Ein Gespräch über Journalismus im Kriegsgebiet und die Herausforderung, unabhängig zu berichten, wenn das eigene Leben in Gefahr ist.

Der deutsche freie Journalist Martin Lejeune ist seit dem 22. Juli in Gaza, um über die israelischen Militäraktionen zu berichten. In seinem Blog führt er Tagebuch über seine Erfahrungen als Gast bei einer befreundeten palästinensischen Familie, während in der Nachbarschaft Bomben und Granaten einschlagen. Seine Berichte wurden unter anderem in der taz, der Frankfurter Rundschau und in Neues Deutschland veröffentlicht — viele seiner Berichte schafften es allerdings auch nicht in die Presse. Der Grund: Lejeune sei aufgrund seiner Nähe zu Palästinensern nicht immer objektiv. VOCER sprach mit dem Journalisten über Kriegsberichterstattung und unabhängige Berichterstattung.


Sonntag, der 3. August 2014: Heute wurde schon wieder eine Schule bombardiert, diesmal in Rafah. Wie viele Tote es gab, kann noch niemand mit Sicherheit sagen, da viele Tote noch unter den Trümmern der Schule begraben liegen. Seit drei Tagen wird in Rafah bombardiert, die ganze Stadt ist eine Todeszone. Als ich Maher vorschlage nach Rafah zu fahren, meint er, er brauche mich auch in den nächsten Tagen noch lebend, da mit weiteren israelischen Angriffen, Zerstörungen und Flüchtlingen zu rechnen ist. Schon jetzt hat Maher in seinem Haus 62 Menschen aufgenommen, die von der Front im Norden und Süden des Gazastreifens ins Zentrum von Gaza Stadt geflohen sind. Wir leben jetzt zu 72 in einem kleinen Haus, in dem vor dem Krieg zehn Menschen lebten.


VOCER: Herr Lejeune, welche Teile des Gazastreifens haben Sie während Ihres Aufenthalts besucht?

Martin Lejeune: Ich war die meiste Zeit und vor allem jede Nacht in Gaza Stadt. Aber tagsüber, wann immer es möglich war, bin ich auch innerhalb des Gazastreifens umhergefahren. Ich bin unter anderem auch in Beit Lahiya, Beit Hanoun und in Bureij gewesen, meist während der Waffenstillstände. Ich habe mir außerdem einige Flüchtlingslager angesehen, die an Gaza Stadt angrenzen, inzwischen aber selbst schon eigene Städte sind.

Das heißt, Sie haben die Angriffe der israelischen Luftwaffe hautnah miterlebt?

Ich habe die Bombardierungen, die jetzt — Gott sei Dank — vorbei sind, miterlebt und darüber habe ich ganz genau geschrieben. Natürlich werden auch Raketen auf Israel abgeschossen und natürlich ist das auch für die Menschen in Israel schlimm und ich bedauere auch jeden Toten auf israelischer Seite, nur kann ich darüber nicht aus eigener Sicht schreiben, weil ich ja nur an einem Ort gleichzeitig sein kann. Ich habe mich dafür entschieden, im Gazastreifen zu sein.

Wieso hat es Sie gerade dorthin gezogen?

Der Grund dafür war auch, dass zwischen dem 7. Juli und dem 3. August kein deutscher Korrespondent außer mir im Gazastreifen war. Seit dem 4. August sind auch einige deutsche Korrespondenten hier, aber während dieser schweren Zeit davor eben nicht. [Diese Aussage Lejeunes hat sich im Nachhinein als falsch erwiesen, Anm. d. Red.] Ich wollte, dass auch jemand für deutsche Medien die Beeinträchtigungen der palästinensischen Bevölkerung beschreibt. Ich finde, dass die Beeinträchtigungen der israelischen Bevölkerung hinreichend beschrieben werden — und auch zu Recht beschrieben werden. Auch ich habe in den letzten Jahren schon mehrmals aus Israel berichtet und dort Interviews mit verschiedenen Strömungen geführt.

Deutsche Journalisten sind erst Anfang August nach Gaza gekommen. Waren denn andere Korrespondenten vor Ort?

Martin Lejeune vor der zerstörten Al-Amin Moschee in Gaza. (Bild: Lejeune)

Martin Lejeune vor der zerstörten Al-Amin Moschee in Gaza. (Bild: Lejeune)

Ja, aus Frankreich waren die ganze Zeit über einige Journalisten da, aus England, Spanien, den USA, Kanada, Neuseeland, Australien, aus Russland und allen arabischen Ländern, aus dem Iran, Mexiko, Argentinien — wirklich aus der ganzen Welt. Das israelische Presse- und Informationsamt hat mir eine Nachricht geschickt, dass während der Militäroperation 500 ausländische Korrespondenten nach Gaza eingereist sind. Jeder Grenzübertritt muss dokumentiert werden und daher weiß man genau von Seiten Israels, wie viele Journalisten nach Gaza gegangen sind in dieser Zeit. Ich finde, die Zahlen sprechen für sich selbst.

Wie erklären Sie sich die Zurückhaltung deutscher Journalisten: War das allein eine Frage der Sicherheit?

Ich habe nachgefragt und die Antwort lautete, dass es den festangestellten Korrespondenten von ARD, ZDF, FAZ und so weiter von Seiten der Redaktionsleitung aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt gewesen sei, dorthin zu reisen.

Sie haben im Deutschlandfunk schon einmal über Zensur in Gaza gesprochen. Wie sehen denn die alltäglichen Arbeitsbedingungen für Journalisten vor Ort aus?

Es ist aus Sicht des israelischen Staates ein berechtigtes Anliegen, eine Zensur auszuüben, wo Sicherheitsinteressen des Staates berührt sind. Ich kritisiere das überhaupt nicht, ich wollte nur darüber informieren, dass das so ist. Auf Seiten der hier dominierenden Hamas habe ich auch schon davon gehört, dass man zu Fotografen gesagt hat: „Diese und jene Fotos wollen wir nicht veröffentlicht sehen. Löscht die bitte.“ Das habe ich selbst aber nicht erlebt, sondern weiß es nur vom Hörensagen und deswegen kann ich es nicht bestätigen. Mir hat auch kein Kollege persönlich mitgeteilt, dass er von einer solchen Maßnahme betroffen gewesen ist. Wäre mir seitens der Hamas soetwas passiert, hätte ich es sofort bekannt gemacht.

Gibt es von Seiten der Hamas Bemühungen, einen Überblick über die von vor Ort berichtenden Reporter zu bekommen sowie über das, was sie berichten? Oder lässt man die Journalisten komplett in Ruhe?

Während der Militäroffensive wurde ich zumindest in Ruhe gelassen, weil die Hamas-Mitglieder abgetaucht waren. Infolgedessen konnte niemand kontrollieren, zensieren oder Druck ausüben. Ich wurde auch bei der Einreise in den Gazastreifen überhaupt nicht kontrolliert.

Häufig gibt es bei Berichterstattung über militärische Konflikte Debatten darüber, ob die Medien in irgendeiner Weise Partei ergreifen. Wie nehmen denn die Menschen in Gaza die Berichterstattung über den Konflikt wahr?

Sie loben Fernsehsender wie Al-Jazeera und Press TV aus dem Iran, weil die dem Konflikt ausreichend Zeit in ihrem Programm einräumen und weil sie akkurat berichten. Anders ist es, wenn es darum geht, zu beurteilen, wie Journalisten von Tel Aviv aus berichten — wie manche ARD-Korrespondenten zum Beispiel, ohne dass ich persönlich jemanden kritisieren möchte. Es gibt einige Menschen im Gazastreifen, die in Deutschland studiert haben, die Deutsch sprechen und auch die ARD-Nachrichten gucken. Die finden, dass zum Beispiel der NDR, die „Tagesschau“ und die „Tagesthemen“ der israelischen Perspektive mehr Raum geben als der palästinensischen.

Nehmen Sie bei den Menschen eine Ablehnung westlicher Medien wahr oder wird öffentlich kritisiert, von ihnen nicht gerecht behandelt zu werden?

Erst einmal ist jeder Palästinenser bereit, mit jedem Journalisten, der hierherkommt, zu sprechen. Sie sind froh, über jeden Medienvertreter, der vor Ort berichtet. Der ein oder andere bittet darum, wahrheitsgemäß und akkurat zu berichten und Aussagen und Geschehnisse so wiederzugeben, wie sie tatsächlich sind. Manchmal sind sie enttäuscht, wenn westliche und auch deutsche Medien den Konflikt so darstellen, als sei es ein Konflikt zwischen Israel und der Hamas. Es ist aber ein Konflikt zwischen allen Gruppierungen auf palästinensischer Seite von links bis rechts, von islamisch bis nicht-islamisch, einem palästinensischen Widerstand und einer Besatzungsarmee. Das ist kein Konflikt zwischen Israel und der Hamas.


Gaza Stadt, 31. Juli 2014: Überall schlagen Raketen ein. In Wohnhäuser, in denen Familien leben, in Moscheen, in denen Menschen beten. Am frühen Abend des 30. Juli bombardierte ein F16-Kampfjet das Wohnhaus, das bis dahin schräg gegenüber unseres Hauses stand. Wir saßen gerade auf dem Balkon als die Rakete 50 Meter entfernt einschlug. Kurz zuvor hörte ich noch einen Esel hysterisch wiehern, als ob er den Angriff schon ahnte und uns warnen wollte.


Sie haben geschrieben, dass das Deutschlandradio ein Interview mit Ihnen abgesagt habe aufgrund von Zweifeln an Ihrer journalistischen Unabhängigkeit. Woran wurde das festgemacht?

DRadio Wissen hatte mit mir ein Interview vereinbart, das aber kurz vor der Sendung abgesagt worden ist mit der Begründung, man zweifle an meiner journalistischen Unabhängigkeit. Als ich nachgefragt habe, wie man zu dieser Einschätzung gekommen sei, hat man auf mein Blog verwiesen und wollte das nicht darüber hinaus kommentieren.

[Anm. d. Red.: Der verantwortliche Redakteur von „DRadio Wissen“ hat gegenüber VOCER bestätigt, dass das Interview mit Lejeune abgesagt wurde, weil man vor der Sendung nicht genügend Zeit gehabt habe, um ihn als unabhängige journalistische Quelle zu überprüfen. Gründe für die Zweifel seien unter anderem seine unklare Beziehung zu dem Verein „Freunde Palästinas“ sowie seine Aussagen zur israelischen Zensur im „Deutschlandfunk“ gewesen. Die Sendung wurde schließlich allein mit Berichten von Betroffenen gestaltet.
Martin Lejeune stellte auf seinem Blog klar, dass er keine Verbindungen zu Palästinenser-Parteien, oder anderen Organisationen hat die seine Berichterstattung beeinflussen.]

Können Sie die Kritik verstehen? Sind Sie nicht unabhängig?

Ich bin auf jeden Fall journalistisch unabhängig. Ich bin freier Journalist, ich bekomme von niemandem ein Gehalt und auch von sonst niemandem Geld, sondern ich betreibe Berichterstattung auf eigenes wirtschaftliches Risiko. Ich bin nur abhängig von den Eindrücken und Erfahrungen hier vor Ort. Ich berichte über das, was ich selbst sehe und höre. Ich kolportiere keine Informationen und verbreite nichts ungeprüft. Wenn ich mich anderer Quellen bediene, zum Beispiel Nachrichtenagenturen, oder wenn ich jemanden zitiere, mache ich das auch kenntlich als Zitat mit Verweis auf die Quelle. Ansonsten bezieht sich meine Berichterstattung auf meine eigene Wahrnehmung vor Ort. Das ist natürlich subjektiv und ich finde, Journalismus darf auch subjektiv sein und darf sich auch humanitären Zielen verpflichten. Ich kann die Zweifel an meiner journalistischen Unabhängigkeit nicht nachvollziehen.


Trümmer fliegen in schneller Geschwindigkeit gegen unsere Hausmauer und verfehlen uns nur knapp. Wir sitzen plötzlich inmitten einer Staubwolke. Der Staub bedeckt meine Brillengläser und meinen Laptop. Der Staub knirscht zwischen meinen Zähen. Es dauert etwa eine halbe Minute bis sich der Rauch legt. Jetzt sehe ich den Vater, mit dem ich mich vorhin noch auf der Straße unterhalten habe, wie er sich mit seinen Kindern hinter einem Bagger verschanzt, um Deckung zu finden, falls ein zweiter Schlag folgt.


Haben Sie schon darüber nachgedacht, Ihr Blog besser einzustellen, um solchen Vorwürfen keinen Nährboden zu geben?

Ich kann höchstens spekulieren, welcher Satz oder welcher Eintrag eventuell zu den Zweifeln geführt hat. Aber ein Blog ist auch etwas sehr Direktes und Spontanes. Ich blogge schnell und direkt, auch mit Rechtschreibfehlern in die Welt. Für mich ist das eine freie Meinungsäußerung. Ich finde es ist ein Unterschied, ob ich zum Beispiel im Deutschlandfunk oder bei DRadio Wissen spreche oder etwas auf meinem Blog veröffentliche. Das hat eine andere Qualität. Deswegen finde ich es nicht legitim, wenn man mein Blog und ein Interview gegeneinander aufwiegt. Ich werde natürlich nicht genau das Gleiche in der Form im Radio sagen wie auf meinem Blog. Ich widerrufe aber nichts, was auf meinem Blog steht. Und wenn ich von einem seriösen Verein [„Vereinigung der Freunde Palästinas in Sachsen-Anhalt e.V.“, Anm. d. Red.] in Deutschland, den ich schon lange kenne, gebeten werde, einen Spendenaufruf für die notleidende Bevölkerung in Gaza zu veröffentlichen, dann blogge ich das, weil ich das gut finde. Wenn mich jemand bitten würde, für Opfer in Israel einen Spendenaufruf zu bloggen, würde ich das auch tun. Ich würde aber niemals in einem Radiointerview dazu aufrufen, für irgendjemanden zu spenden. Ich weiß aber auch nicht, ob das der Grund war für die Zweifel an meiner journalistischen Unabhängigkeit. Ich entziehe mich auch keiner Diskussion. Man darf mir kritische Fragen stellen zu meinen Ansichten und meiner Berichterstattung.

Sie sind 2002 nach Syrien gefahren und waren ab 2011 regelmäßig dort, Sie kennen sich mit Krisensituationen aus. Trotzdem ist es bestimmt immer noch eine Ausnahmesituation, wenn man unter Beschuss ist und um einen herum Menschen sterben. Wie geht man mit so einer Extremsituation als Journalist um?

Ich versuche in so einer Situation, das, was ich erlebe, so schnell und genau wie möglich aufzuschreiben. Das ist meine Selbsttherapie bei Erlebnissen, die einem Angst machen. Ich bin hierhergekommen, um genau darüber zu berichten. Meine Mission ist es, von den Auswirkungen dieser militärischen Konfrontation auf die Bevölkerung des Gazastreifens zu berichten. Da konnte mir nichts Besseres passieren, als mit einer palästinensischen Familie im Zentrum des Gazastreifens zu wohnen und — ungewollt natürlich — die Bombardierung auch ziviler Ziele miterleben zu müssen. Ich habe während und nach den Bombardierungen darüber berichtet und auch in den letzten Tagen, als es ruhig wurde, mir die zerstörten Häuser und Wohngegenden angeschaut und beschrieben, wie diese Trümmerlandschaften aussehen.

Angesichts des Leids, das sie miterlebt haben, und der Gefahr, in die Sie selbst sich begeben haben, was ist Ihre Motivation, weiterzumachen?

Es war wirklich gefährlich, weil es keine Bunker und keine Luftschutzkeller gibt. Es sind durch Bombardierungen zehntausende Häuser beschädigt worden. Es gibt keinen sicheren Platz in Gaza für mich und auch für keinen anderen Journalisten. Diese Gefahr nehme ich auf mich, um weiterhin von den Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung zu berichten. Ich finde es falsch, wenn Zivilisten in militärische Operationen mithineingezogen werden — und das wird ja auch vom Völkerrecht und vom Kriegsrecht nicht geduldet. Und wenn das vermehrt passiert, dann möchte ich weiter Zeugnis darüber ablegen, auch wenn ich selbst dadurch gefährdet bin.

Wie ist denn die Situation in Gaza jetzt [Stand: 7. August] während des Waffenstillstandes?

Es ist ruhig seit Beginn des Waffenstillstandes. Die Leute versuchen wieder, ihren Alltag zu organisieren. Seit dem 4. August bin ich wieder ein bisschen umhergereist und habe viele zerstörte Häuser, Fabriken, Straßen, Moscheen, Krankenhäuser und Schulen gesehen. Die genauen Zahlen recherchiere ich gerade. Ich war auch in Beit Hanoun, das als das „Paradies von Gaza“ bezeichnet wird. Es ist ein wirklich schöner Ort gewesen. Jetzt ist er komplett zerstört, es ist eine einzige Trümmerlandschaft. Ich habe erwartet, dass dort kein Mensch mehr ist, dass alle bei Verwandten oder in Flüchtlingsunterkünften sind, aber sie sind gestern und vorgestern zurückgekehrt zu ihren zerstörten Häusern. Ich habe gesehen, wie eine Familie in ihren Trümmern zwischen Steinen ein Feuer und sich etwas zu essen gemacht hat. Andere saßen auf der Straße vor den Trümmern ihrer Häuser. Ich habe sie gefragt: „Warum sitzt ihr hier? Was macht das für einen Sinn?“ Sie haben geantwortet: „Das sind nun mal unsere Häuser. Wo sollen wir hingehen?“ Sie versuchen nun, die Trümmer zu beseitigen und ihr Haus Stein für Stein wieder aufzubauen. Das ist im Moment die Situation: Die Trümmer und dann irgendwann anfangen, wieder neu zu bauen.


Nachbemerkung, 28.08.2014: Zum Zeitpunkt dieses Interviews existierten Zweifel an der Objektivität von Martin Lejeune. In jüngeren Beiträgen auf seinem Blog hat er diese Zweifel bestätigt. Insbesondere seine Äußerungen zur Hinrichtung angeblicher Israel-Kollaborateure durch die Hamas haben bei Medienschaffenden für Verstörung gesorgtDie Kritik daran ist berechtigt, denn Lejeune lässt keine Distanzierung von den Aussagen der Hamas erkennen und hinterfragt diese auch nicht. Objektiver Journalismus sieht anders aus.

Die Angabe Lejeunes, er sei während des Bombardements der einzige deutsche Journalist in Gaza, hat sich im Nachhinein als falsch herausgestellt. Es war ein bedauerlicher Fehler, diese Aussage vor der Veröffentlichung nicht genauer zu prüfen.

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Kommentare

  1. […] 11.8. “Es gibt keinen sicheren Ort”: Als Journalist in Gaza (Vocer) […]

  2. Christine Maahs sagt:

    Ich finde dieses Interview sehr sachlich und informativ und wenn deutsche Medien zu feig sind Berichte von Herrn Lejeune zu veröffentlichen ist das einfach gesagt eine Schande.

  3. Tom sagt:

    Der Link in dem Absatz zur Presseethik scheint mir irreführend zu sein, oder hat sich Lejeune im Gespräch auf das Interview mit dem Kramp bezogen?

    • Jan Ewringmann sagt:

      Hallo Tom,
      der Link zu dem Emcke-Interview ist eingefügt, weil es dort auch das Thema journalistische Objektivität geht. Das ist alles.

  4. toxicbuddha sagt:

    Wie naiv ist das denn? Seit wann ist denn in den öffentlich-rechtlichen Sendern sachliche Information oder Gleichbehandlung gefragt? Oder in der Masse der Presselandschaft in Deutschland?
    Da wird z. B. ein jüdischer Soldat gefangengenommen – eine der zivilsten Kriegshandlungen überhaupt – und prompt kreischen alle gleichgeschaltet von einer „Entführung“, also einem kriminellen Akt. Das „Opfer“ bekommt ein Familienalbum-Gesicht in den Medien, um ein Höchstmaß an Sympathie zu wecken. Wo aber sind die Familien-Bilder der Mädchen aus der bombardierten Mädchenschule?
    Zugleich werden alle Kritiker dieses Massenmordens in eine Ecke gestellt mit Nazis und/oder Terroristen, auf dass sich jeder dreimal überlegt, ob er das Massenmorden wirklich kritisieren möchte.
    Trotzdem Respekt für den Mut des Journalisten. Sein Tod würde vermutlich der Hamas in die Schuhe geschoben oder er selbst als Fanatiker abgestempelt. Aber das dürfte er wissen.

  5. sarah sagt:

    Gutes Interview,
    Herrn Lejeune gehört ein aufrichtiges Lob ausgesprochen. Er gehört anstelle von gewissen anderen Journalisten ins ARD -Studio oder ein anderes öffentlich rechtliches Format, der Glaubwürdigkeits halber.
    Bei einem Bericht sollte z.b. vor kurzem die Nahostsituation erörtert werden, als Nahostexperte wurde ein israelischer Professor, der in Jerusalem an einer israelischen Universität lehrt interviewt.
    Wenn man sich da noch die israelische Militärzensur hinzudenkt.
    Dann bleibt vom „Wahrheitsgehalt“ und „ausgewogener Berichterstattung“ nicht mehr viel übrig.

  6. Oliver Völ sagt:

    „Objektiver Journalismus sieht anders aus“ – Ja, wie sieht denn „objektiver Journalismus“ aus? So wie „Stoppt-Putin-jetzt“-Spiegel?
    Ich finde dieses Interview sehr gut. Ob jemand aus Nordkorea, den USA oder eben Gaza berichtet, von mir aus braucht sich der Journalist nicht von den Machthabern zu distanzieren. Hauptsache, die Fakten stimmen.

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