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Einmal New York pro Tag

Es gibt wieder Linktipps! Diesmal entschleunigt ein Crowdfunding-Projekt die Berichterstattung über New York, „The Verge“ testet Googles Brille und Jeff Jarvis kommentiert Twitter.  

Unveiling a city, one story at a time

Slow Journalism vom Feinsten und optisch mit das Beste, was das Netz journalistisch zu bieten hat: Narratively, ein im September 2012 crowdfinanziertes Projekt von Noah Rosenberg, beweist, dass auch in der Berichterstattung über die hektische Metropole New York entschleunigter Journalismus mit Tiefgang möglich ist. Narratively erzählt immer nur eine Geschichte pro Tag zu jeweils einem Thema pro Woche. Als Hurricane Sandy Ende Oktober ganze Stadtviertel an der New Yorker Atlantikküste verwüstete, überließ Narratively die aktuelle Berichterstattung anderen Medienportalen. Und zieht jetzt nach mit Geschichten, die bisher niemand erzählt hat . Die Studentenzeitung “The Tufts Daily” (s. Überschriftenlink) erklärt das Konzept von Narratively sehr ausführlich, (aber leider ohne einen einzigen Link in ihrem Beitrag).

I used Google Glass: the future, but with monthly updates

Stört nicht im Blickfeld, sieht elegant aus, und lenkt anders als Smartphones im Unterwegs-Gebrauch nicht von der wesentlichen Aufgabe ab, die Fußgänger in Großstädten zu erfüllen haben: Nicht mit anderen Fußgängern zusammenstoßen. Reporter Joshua Tupolsky vom Webmagazin „The Verge“ durfte Google Glass ausprobieren und ist zu schätzungsweise 95 Prozent überzeugt von der Augmented Reality Brille, die virtuelle Informationen einspielt, auf Sprachkommando fotografiert oder filmt und ab Ende 2013 im Handel sein soll. Eine Frage allerdings kann sich selbst am Ende seines ausführlichen Berichts ebenso wenig beantworten wie am Anfang: “Who would want to wear this thing in public?” (s. dazu auch Bericht im Observer: Google Glass? You have to applaud their vision).

“Social Media ist Arbeits-Erleichterung”

Lars Wienand, Social-Media-Redakteur der „Rhein-Zeitung“, beschreibt im Interview mit dem Heddesheim-Blogger Hardy Prothmann bei Vocer, wie er und die „RZ“ Twitter, Facebook, Storify etc. im journalistischen Alltag einsetzen. Wienands Antworten fallen überaus praxisnah aus, z.B. zur Frage, ob man den Quellen in sozialen Netzwerken trauen kann. Wienand: „Wenn es ein leichtes Erdbeben gab – wo wir beispielsweise sofort Erfahrungen abfragen, dann taugt auch die Dame, die sagt, dass ihr Hund eine halbe Stunde vorher bereits verrückt gespielt hat, für einen Satz – ohne weitere Überprüfung. Wenn aber eine Frau berichten will, dass ihr Nachbar ihr von unhaltbaren skandalösen Zuständen bei Amazon erzählt hat, dann bitten wir sie um Verständnis, dass wir das schon vom Nachbarn selbst hören möchten.“ (s. zum Einsatz von Social Media im Journalismus auch meine Seminarfolien: Social Media im journalistischen Alltag.)

Die Wiederbelebung des unabhängigen US-Journalismus

Reporter David Goeßmann berichtet für das „Deutschlandfunk“-Magazin „Markt und Medien“, wie sich in den USA eine unabhängige Medienszene als Gegenbewegung zur Monopolbildung der großen Medienkonzerne und als Reaktion auf den Verlust ihrer Glaubwürdigkeit im letzten Golfkrieg gebildet hat (Transkript).

The Impact of Twitter on Journalism

Wie verändert Twitter den Journalismus? Jeff Jarvis, Mark Luckie von Twitter und zwei weitere US-Journalisten geben ihre Einschätzungen in einem kompakten und sehenswerten 5-Minuten-Video für die „PBS“-Webshow „offbook“.


Ulrike Langers „Linktipps“ erscheinen auch auf ihrem Blog „Medial Digital“.

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