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Eine PR-Meisterleistung

Das ist Globalisierung! In einem neuen Teil seiner Kolumne betrachtet Stephan Ruß-Mohl ein Firmenjubiläum, das mit hochmoderner Öffentlichkeitsarbeit gefeiert wird.

Ein Beispiel macht deutlich, was heutzutage moderne Öffentlichkeitsarbeit, auf neudeutsch: Corporate Communications, zu leisten vermag: Der weltgrößte Autozulieferer, die Robert Bosch GmbH, feierte kürzlich sein 125-jähriges Firmen-Jubiläum. Statt einer Unternehmensgeschichte erstellte die Kommunikationsabteilung in Buchform ein Porträt der Bosch-Gruppe – mit einem Kaleidoskop von 125 Fotografien, die an 125 Orten der Welt zur gleichen Sekunde aufgenommen wurden.

Der Bildband wurde in einer Auflage von insgesamt 450.000 Exemplaren in 19 Sprachen gedruckt und in 62 Länder an 653 Standorte ausgeliefert. 285.000 Mitarbeiter erhielten von ihren Vorgesetzten das Buchgeschenk, darüber hinaus wurden 165.000 Exemplare an Kunden und Geschäftspartner verteilt.

In der Fachzeitschrift „Kommunikationsmanager gaben die Kommunkationschefin von Bosch, Uta-Micaela Dürig, und ihre Projektmanagerin Anke Dewitz-Grube, weitere Einblicke in die Planung und Umsetzung: „Gut zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen. Rund 400 Themenvorschläge aus 40 Ländern wurden geprüft und 800 Portfolios internationaler Bildjournalisten. Am Ende waren mehr als 1000 Menschen involviert.“

Anschaulicher als mit diesen paar Zahlen lässt sich kaum umschreiben, was Globalisierung bedeutet und wie heute weltweite Unternehmenskommunikation funktioniert. Das Buchprojekt ist fraglos eine logistische und publizistische Meisterleistung. Allein schon 125 Fotografen weltweit und sekundengenau zum Einsatz zu bringen, nötigt jedem Respekt ab, der jemals mehr als zehn Leute aus unterschiedlichen Kulturen und Sprachräumen zu koordinieren hatte.

P.S.: Um Transparenz herzustellen: Der Verfasser hat als junger Mann fünf Jahre lang bei der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart gearbeitet. Mit Stolz erfüllt ihn außerdem, dass Frau Dürig, Senior Vice President und Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Bosch, bei ihm an der FU Berlin studiert hat.


Diese Kolumne wurde zuerst in der österreichischen Wochenzeitung „Die Furche“ veröffentlicht.

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