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Der dritte Weg (Erklärer)

Allein durch die klassischen Säulen Werbung und Vertrieb scheint ein breites Angebot von Journalismus im digitalen Informationszeitalter kaum finanzierbar. Das Schicksal, das in den USA bereits hunderte Regionalzeitungen ereilte, droht mit Verspätung auch hierzulande – das Ende des Qualitätsjournalismus?

Allein durch die klassischen Säulen Werbung und Vertrieb scheint ein breites Angebot von Journalismus im digitalen Informationszeitalter kaum finanzierbar. Hunderte amerikanischer Regionalzeitungen sind in den vergangenen zehn Jahren vom Markt verschwunden – vor allem, weil ihre traditionell wichtigste Einnahmequelle, das Anzeigengeschäft, allmählich austrocknet.

Selbst die „New York Times“, die im Frühjahr 2011 mit ihrer durchlässigen und abgestuften Bezahlmauer ein Modell einführte, das derzeit weltweit als Referenz für kostenpflichtige journalistische Online-Angebote gilt, macht damit nur einen Bruchteil der Verluste im Printgeschäft wett.

In Deutschland sorgt zwar die Bestands- und Entwicklungsgarantie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dafür, dass Journalismus auf eine weitere Weise, per staatlicher Gebührenpflicht, finanziert wird. Aber der deutschen Presselandschaft mit ihren Onlineangeboten droht mit einigen Jahren Verspätung ein ähnliches Szenario wie in den USA, denn die Auflagen und Printerlöse sinken auch hierzulande kontinuierlich. Und die meisten Onlineangebote der Presseverlage sind bisher nicht rentabel.

Sollte es also zur Finanzierung von Qualitätsjournalismus einen weiteren Weg außer Werbung, Vertrieb und Gebühren geben? Und wie könnte dieser beschritten werden? Von der Stiftungsfinanzierung journalistischer Innovationen und gesellschaftlich wünschenswerter Angebote über öffentliche Spendenplattformen, Mikrofinanzierungen oder eine Kulturflatrate sind viele verschiedene Optionen und Modelle erwägenswert. In diesem Dossier werden sie erörtert.


Die VOCER-Herausgeber Ulrike Langer und Stephan Weichert verantworten dieses Dossier.

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