
Eine vorläufige Bilanz des NSU-Untersuchungsausschusses
Nach 40 Sitzungstagen der Beweisaufnahme durch den 2. Untersuchungsausschuss der 17. Wahlperiode des Deutschen Bundestages, nach der Sichtung von rund 8.000 Aktenordnern und nach der Vernehmung von mehr als 90 Zeugen soll hier ein erster Versuch unternommen werden, eine vorläufige Bilanz der Erkenntnisse zu skizzieren. Ich lasse ich dabei von mehreren Fragen leiten: Wie konnte es dazu kommen, dass das NSU-Trio Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe nach seinem Abtauchen 1998 nicht gefunden wurde? Welche Chancen hätte es gegeben, die Untergetauchten in den folgenden 13 Jahren zu finden? Warum wurden diese Chancen nicht genutzt? Warum ist es nicht gelungen, die Zusammenhänge von zehn Morden, zwei Sprengstoffanschlägen sowie zahlreichen Banküberfällen zu erkennen und rechtsterroristischen Tätern zuzuordnen? Wäre es sogar möglich gewesen, sie konkret dem ...
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Erklärer
Jahrelang zog die braune Terrorgruppe NSU mordend durch das Land - unbemerkt von Polizei und Öffentlichkeit. Haben auch die Journalisten weggeguckt, haben sie nicht wahrhaben wollen, was es da an rechten Terror-Aktivitäten gab? Haben sie kontinuierlich über diese rechte Szene berichtet oder nur dann, wenn spektakuläre Taten fette Schlagzeilen, hohe Quoten und Auflagen garantierten?
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