Wozu noch Fernsehen?
Aufmacher Den Zuschauern einen Teil des Kommandos geben

Den Zuschauern einen Teil des Kommandos geben

von Daniel Bröckerhoff

Fernsehen kann Gefühle transportieren. Also hauen wir Fernsehjournalisten gern auf die ganz große Klangschale: Wir suchen das Entsetzen, das Schlimme, Angstmachende, Besorgniserregende. Für Zwischentöne ist in unserem Medium wenig Platz. Im Schwarz-Weiß-Fernsehen zwischen knallseriös und Boulevard geht viel verloren. Positive Geschichten werden kaum erzählt, die Vielschichtigkeit der Welt wird ignoriert. "Der Zuschauer will eine klare Haltung und eine klare Botschaft", ist das Credo vieler Redaktionen. "Wir brauchen einen Feind und eine Lösung, kein Entweder-oder." Ich bin mir nicht so sicher, dass das stimmt. Wenn ich recherchiere, hadere ich manchmal damit, welche Perspektive auf ein Problem die richtige ist, welcher Gesprächspartner Recht hat - oder ob nicht alle mit ihrer eigenen Wahrheit zu verstehen sind. Ich weiß ...

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