
Den Zuschauern einen Teil des Kommandos geben
Fernsehen kann Gefühle transportieren. Also hauen wir Fernsehjournalisten gern auf die ganz große Klangschale: Wir suchen das Entsetzen, das Schlimme, Angstmachende, Besorgniserregende. Für Zwischentöne ist in unserem Medium wenig Platz. Im Schwarz-Weiß-Fernsehen zwischen knallseriös und Boulevard geht viel verloren. Positive Geschichten werden kaum erzählt, die Vielschichtigkeit der Welt wird ignoriert. "Der Zuschauer will eine klare Haltung und eine klare Botschaft", ist das Credo vieler Redaktionen. "Wir brauchen einen Feind und eine Lösung, kein Entweder-oder." Ich bin mir nicht so sicher, dass das stimmt. Wenn ich recherchiere, hadere ich manchmal damit, welche Perspektive auf ein Problem die richtige ist, welcher Gesprächspartner Recht hat - oder ob nicht alle mit ihrer eigenen Wahrheit zu verstehen sind. Ich weiß ...
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Erklärer
Was einst die liebste Freizeitbeschäftigung der Deutschen war, mutiert zum Auslaufmodell: das Fernsehen. Was müssen die Fernsehkreativen tun, damit sich das jüngere Publikum nicht ganz ins Internet verabschiedet? Wie kann die Transformation des Fernsehens zum modernen Massenmedium gelingen? Und wozu überhaupt noch klassisches TV? Solchen und anderen unbequemen Fragen zur Zukunftsfähigkeit des Fernsehens geht dieses Dossier nach.
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