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Das VOCER-Team blickt auf die Social Media Week Hamburg zurück

VOCER hatte das Vergnügen, Medienpartner der Social Media Week Hamburg in der vergangenen Woche zu sein. Da wir mit einem sehr bunten Team auf einer sehr bunten Veranstaltung unterwegs waren, lassen wir besser einen Teil davon selbst zu Wort kommen.

VOCER hatte das Vergnügen, Medienpartner der Social Media Week Hamburg in der vergangenen Woche zu sein. Wir haben mehrere Veranstaltungen live auf unserer Seite gestreamt, sehr fleißig getwittert, wie die Auswertung des Monitoring-Unternehmens Brandwatch zeigt und freuen uns sehr, VOCER-Freunde wie Maike Haselmann („Spiegel Online“), Marco Maas („OpenDataCity“) oder Axel Dürkop für eigene Veranstaltungen gewonnen zu haben, die bereits signalisiert haben, dass sie auch 2014 wieder mit dabei wären.

Da wir mit einem sehr bunten Team auf einer sehr bunten Veranstaltung unterwegs waren, lassen wir besser einen Teil davon selbst zu Wort kommen:

Stefanie Michels

Twitter-Patin von VOCER
Die Social Media Week war wieder eine großartige Gelegenheit, sich von von Daten-Nerds, Kommunikationsprofis und anderen Social-Media-Experten inspirieren zu lassen. Dabei sind mir vor allem drei Highlights im Gedächtnis geblieben:

  • Der Einblick, den Johnny und Tanja Haeusler zum Surf-Verhalten ihrer Kinder – und wie sie es schaffen, das Netz zur Familiensache zu machen – gegeben haben. Ihr entspannter Umgang zeigt, dass es auch ohne „Entweder mit oder ohne Internet“ geht und man stattdessen zusammen einen Mittelweg finden kann.
  • Die Tipps zum Reputationsmanagement von Jochen Mai. Der Gründer des Blogs „Karrierebibel“ ist von dem, was er tut, überzeugt, und das steckt an. Zu seinen Aufforderungen wie „Machen Sie aus Ihrem Namen und Ihrem Wissen eine Marke, bevor es ein anderer tut“ nickten viele Zuschauer zustimmend.
  • Melanie Gömmel hat dem EdgeRank und der „Infantilisierung der Kommunikation“ den Kampf angesagt. Entgegen der gängigen Empfehlungen, wie und wann gepostet werden sollte, um eine möglichst hohe Reichweite zu erhalten, konzentriert sich die Social Media-Redakteurin bei WWF Deutschland (wieder) auf die relevanten Inhalte.

Mark Heywinkel

Stipendiat des VOCER Innovation Medialab
Und wieder habe ich es nicht zur Social Media Week ins schöne Hamburg geschafft. Am Event teilnehmen konnte ich aber auch von Berlin aus: übers Netz, mit einem Auge auf den Livestreams und dem anderen auf den dazu passenden Twitter-Feeds. Dabei hat mir die Präsentation der Weltreise von Caterina Lobenstein und Amrai Coen am besten gefallen. Da habe ich mich beim Zusehen so gefühlt, als würde ich dabei sitzen. Ihr Nachklapp war sehr persönlich und funktionierte wie ein DVD-Regisseurkommentar zu ihrer Weltreise ganz wunderbar. Ein bisschen enttäuscht bin ich von der Veranstaltung „Social TV – Was heißt das jetzt für den Zuschauer?“. Zwar haben die Diskutanten interessante Einblicke in eine mögliche Zukunft des Fernsehens gegeben, und auch das Publikum hat gute Fragen gestellt. Aber auf die Distanz wirkte die Veranstaltung sehr kalt. Gerade die Fernsehmänner kamen bei mir am wenigsten kameratauglich an. Wahrscheinlich lag’s aber an mir, beim nächsten Mal bin ich dann auch endlich mal live vor Ort.

Frida Kammerer

VOCER-Praktikantin

Die Social Media Week hatte vieles zu bieten: Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden. Dazu kamen komplett verschiedene Standorte, wie der NDR beim Rothenbaum, das Kultwerk auf St. Pauli und die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation. Genauso unterschiedlich waren die Veranstaltungen für mich. Eins hatten alle gemeinsam: Sie waren lehrreich, aber nie langweilig.

Meine Lieblingsveranstaltung war am Donnerstag beim NDR. Mathias Ulmann hat „Die wahre Macht der digitalen Medien” in den letzten Wahlkämpfen der USA und Frankreichs erklärt und einen Ausblick auf den kommenden Wahlkampf in Deutschland gegeben. Was nach langweiligen Diagrammen und trockener Statistik klingt, war ein spannender Vortrag über das Verhalten von Wählern und Politikern. Obama hat mit nur einer E-Mail drei Millionen Dollar gesammelt, unter anderem, weil man ihm die Rolle des coolen Twitterers abkauft. Davon können sich Steinbrück und Merkel noch eine Scheibe abschneiden, denn „mit Social Media werden keine Wahlen gewonnen, aber verloren“.

Denise Bobe

Während der SMW im VOCER-Twitter-Team

Social Media ist ein zwiespältiges Thema. Für Digital Natives ist es nicht mehr wegzudenken – was wäre man bloß ohne Facebook, Twitter und Co.? Verloren und von der sozialen Welt isoliert, würde ich spontan antworten. Aber wie sieht es eigentlich die ältere Generation, die damals noch ganz ohne Internet ausgekommen ist? Ich dachte immer, dass das Interesse verhältnismäßig gering sei. Die Social Media Week hat mir allerdings genau das Gegenteil bewiesen. Während der Woche habe ich viele Veranstaltungen am Campus der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation besucht und dabei festgestellt, dass ich mit meinen 22 Jahren durchweg eine der Jüngsten im Publikum war. Besonders Jochen Mai hat mit seinem unterhaltsamen Vortrag „Hilfe, ich bin ein Online-Star“ gerade bei den älteren Teilnehmern für Begeisterung und interessierte Nachfragen gesorgt. Wie überwindet man die Hürde, dass Leute einen auf Facebook „liken“? Ist Twitter für Journalisten wirklich nicht mehr wegzudenken?

Ich persönlich bin ein bekennender Fan des Web 2.0, und umso beeindruckender finde ich es, dass das Social Web längst nicht mehr als bloße Spielerei und Zeitvertreib für junge Leute gilt. Die Altersspanne der Besucher zeigt uns allen, dass Social Media mittlerweile für fast jeden eine Rolle spielt und wir einfach nicht mehr ohne auskommen – weder privat noch beruflich.

Christoph Brüggemeier

Redaktionsassistent VOCER
Social Media wird immer wichtiger. Sagen alle. Seit sieben Jahren. Auf der Social Media Week wurde auch dieses Jahr wieder die Relevanz des Web 2.0 gefeiert. Ich habe nicht mitgemacht, habe aus der Ferne via Livestream einige Veranstaltungen mitverfolgt. Meine Beziehung zu Social Media lässt sich mit meinem Verhältnis zum Kapitalismus vergleichen: Ich bin ein kritischer Teilhaber. Ich kann es nicht ablehnen, weil ich davon profitiere. Ich möchte nicht zu viel davon profitieren, weil das System zu Ausbeutung neigt.

Auch in diesem Jahr der Social Media Week habe ich nicht verstanden, was gemeint ist. Social-Media-Week – also die Woche, in der es um soziale Medien gehen soll? Social Media-Week – eine Woche, in der man sich ganz sozial im Real Life trifft, um einfach mal über Medien zu sprechen? Beides? Bitte klärt mich auf.

Carolin Neumann

Co-Redaktionsleiterin von VOCER
Ich setze gleich bei dieser Bitte an und gebe zum Abschluss dieses Medleys den Erklärbär. Die Social Media Week, ganz ungeachtet davon, ob man soziale Medien bereits nutzt und wie man sie findet, soll einen Eindruck ihrer Möglichkeiten geben. Sie ist für Anfänger und Profis gleichermaßen gedacht und hat in diesem Sinne eine wichtige Funktion ganz jenseits von beruflichen Einsatzmöglichkeiten: nämlich Brücken zu bauen. Zwischen den Generationen, verschiedenen sozialisierten Gruppen und Menschen unterschiedlicher digitaler Herkunft und Einstellung.

Es lassen sich sicherlich einige Dinge kritisieren, organisatorischer oder logistischer Art genau wie inhaltlicher, wenn man die gelegentliche Selbstreferentialität der Branche nicht mag. Doch die Brücken wurden gebaut, Netzwerke gesponnen, und wenn am Ende einer Woche eine Handvoll Menschen mehr einen Zugang zu den Möglichkeiten des Netzes (denn es geht ja nicht ausschließlich um Social Media) haben, dann empfinde ich das bereits als Erfolg!

Davon abgesehen gehörte zu meinen persönlichen Highlights der diesjährigen Hamburger Social Media Week die Gesprächsrunde „Bloß keine Bindungsängste!“, bei der ich mit Sebastian Horn („Zeit Online“), Maike Haselmann („Spiegel Online“) und Lars Wienand („Rhein-Zeitung“) über Medienmarken und ihr wichtiges Engagement im Social Web sprach. Auch wenn ich noch kürzlich schrieb, in Deutschland seien die meisten Medien noch nicht so weit wie andere Länder, bekam ich auf diesem Panel den sehr positiven Eindruck, dass sie aber auf dem richtigen Weg sind. Dass die Debatte wenig kontrovers war (sondern eher „Flausch“, wie jemand aus dem Publikum anmerkte), empfand ich dabei sogar als sehr gewinnbringend.

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